Franchise Glossar

Nachstehend finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Franchise.

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D

Dienstleistungsfranchise
Franchisesystem, bei dem Know-how zur Dienstleistungserbringung überlassen wird, zB in den Branchen Versicherungsmakler, Bürodienstleister oder Sonnenstudio.

 

E

Einstiegsgebühr
Einmalige Pauschale, die der Franchisenehmer in der Regel beim Einstieg in ein Franchisesystem an den Franchisegeber zu bezahlen hat. Die Höhe der Einstiegsgebühr legt jeder Franchisegeber selbst fest. Die Gebühr honoriert in erster Linie die Vorleistungen des Franchisegebers hinsichtlich für Markenaufbau, Bekanntheitsgrad und Systementwicklung. Ihre Höhe richtet sich auch nach den getätigten Investitionen, dem Wert des zur Verfügung gestellten Know-hows (inkl Schutzrechte) sowie dem Umfang der Leistungen, die der Franchisegeber vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit für den Franchisenehmer erbringt. Oft gehören dazu Standortberatung, Einrichtungsplanung, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Schulung und Eröffnungswerbung. Die Einstiegsgebühr ist in den meisten Fällen nicht refundierbar.

 

F

Franchising
Franchising ist ein Absatzsystem für Waren, Dienstleistungen und/oder Technologien, das auf einer engen und fortlaufenden Kooperation rechtlich selbstständiger Geschäftspartner beruht. Franchisegeber und Franchisenehmer schließen dabei einen Franchisevertrag, der die Franchisenehmer dazu berechtigt, gegen Entgelt und unter Einhaltung festgelegter Regeln das erprobte Geschäftskonzept des Franchisegebers zu nutzen. Der Begriff „Franchising“ leitet sich vom französischen Wort „franchise“ ab. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde unter „Franchise“ in Frankreich und Großbritannien die Gewährung eines Privilegs verstanden, das von Königen und Königinnen an zuverlässige Persönlichkeiten vergeben wurde. Diese Persönlichkeiten hatten das Recht, gegen Entgelt die Produktion von oder den Handel mit bestimmten Erzeugnissen zu betreiben.
Franchisegeber
Ein selbstständiger Unternehmer, der ein Geschäftskonzept entwickelt, erfolgreich erprobt hat und es anderen selbstständigen Unternehmern – seinen Franchisenehmern – gegen Entgelt und unter Einhaltung vertraglich festgelegter Regeln zur Verfügung stellt.
Franchisenehmer
Ein Selbstständiger Unternehmer, der das vom Franchisegeber entwickelte und erprobte Geschäftskonzept annimmt und im Rahmen eines Franchisevertrags am eigenen Standort und auf eigene Rechnung umsetzt.
Franchisehandbuch
Das Franchisehandbuch ist die vollständige Know-how-Dokumentation eines Franchisesystems und somit ein wesentlicher Bestandteil der Leistungen des Franchisegebers. Im Handbuch ist das entwickelte Geschäftskonzept detailliert beschrieben. Es enthält Angaben über die Art des Geschäfts, Richtlinien zur Einrichtung und Ausstattung eines Ladenlokales, Anweisungen zu Vorgehens- und Verhaltensweisen, Muster von Formblättern, Checklisten und vieles mehr.
Franchisegebühr
Die laufende Franchisegebühr ist im Gegensatz zur Einstiegsgebühr regelmäßig – meist monatlich – während der gesamten Laufzeit der Kooperation vom Franchisenehmer zu bezahlen. Sie wird entweder prozentual vom Umsatz berechnet (je nach Branche: Dienstleistungsfranchisesystem 5-15%, Produktionsfranchisesystem 2-5%, Vertriebsfranchisesystem: 0-6%) oder als Pauschale vereinbart. Die laufende Franchisegebühr ist eine Gegenleistung für die Dienstleistungen des Franchisegebers. Dazu zählen die laufende Beratung und Betreuung der Franchisenehmer, die Erarbeitung und ständige Aktualisierung des Franchisehandbuchs, laufende Produkt-/Dienstleistungsinnovationen, die Weiterbildung der Franchisenehmer und ihrer Mitarbeiter, die Systementwicklung, Controlling und Benchmarking und viele mehr.
Franchisesystem
Die Gesamtheit aller Elemente eines, des von einem Franchisegeber entwickelten und erfolgreich erprobten, Geschäftskonzepts. Das System tritt am Markt einheitlich auf und ist geprägt von einem arbeitsteiligen Leistungsprogramm der Systempartner sowie durch ein Weisungs- und Kontrollsystem zur Gewährleistung eines systemkonformen Verhaltens. Im Allgemeinen ist ein Franchisesystem durch vier Merkmale gekennzeichnet:

  • Selbstständige Unternehmer begründen vertraglich eine auf Dauer angelegte Kooperation.
  • Die Franchisenehmer erhalten gegen Entgelt die Erlaubnis, über genau festgelegte Rechte des Franchisegebers zu verfügen.
  • Diese Rechte sind ua die Benutzung von Marken-/Firmennamen, die Anwendung einer Rezeptur, die Erzeugung und/oder der Vertrieb einer Warengruppe.
  • Unterstützung der Franchisenehmer beim Aufbau sowie bei der laufenden Führung des Betriebs durch den Franchisegeber.
Franchisevertrag
Der Vertrag ist die rechtliche Grundlage der Partnerschaft zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, der die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien regelt. Wesentliche Inhalte sind der Umfang der Unterstützung durch den Franchisegeber, die Dauer der Geschäftsbeziehung sowie die Entgelte, die der Franchisenehmer für die Nutzung des Franchisesystems an den Franchisegeber zahlen muss.

 

M

Masterfranchising
Die Vergabe von Rechten durch einen Franchisegeber an einen Masterfranchisenehmer, der wiederum weitere Franchisenehmer akquiriert. Die Aufgabe eines Masterfranchisenehmers ist somit nicht nur, selbst als Franchisenehmer aktiv zu sein, sondern die Franchiseidee und das Konzept des Franchisegebers weiterzuverkaufen. Zumeist wählen Franchisegeber das Modell des Masterfranchisings, um mit ihrer Geschäftsidee auch andere – beispielsweise ausländische – Märkte zu erschließen.

 

P

Produktionsfranchise
Ein Franchisesystem, bei dem der Franchisenehmer Waren nach Vorgaben des Franchisegebers herstellt und unter einem Warenzeichen verkauft, an dem ihm Nutzungsrechte erteilt wurden, wie zB bei Coca-Cola oder McDonald’s.

 

S

Systemzentrale
Von der System- oder Franchisezentrale aus erbringt der Franchisegeber mit seinem Team sämtliche Serviceleistungen für seine Franchisenehmer. Die Systemzentrale entlastet die Franchisenehmer in vielen „alltäglichen Kleinigkeiten“, um die sich Unternehmer sonst kümmern müssen, um Ihnen den Freiraum zu ermöglichen, sich auf die beiden Hauptaufgaben ihrer Arbeit konzentrieren zu können: den Verkauf der Waren/Dienstleistungen und die Führung des Betriebs.

 

V

Vertriebsfranchise
Ein Franchisesystem, bei dem der Franchisenehmer bestimmte Waren in einem Geschäft verkauft, das den Namen des Franchisegebers trägt.

 

W

Werbegebühr
Eine umsatzabhängige Gebühr, die Franchisenehmer für die gemeinsamen Werbeaktionen eines Franchisesystems bezahlen.